Vielfältige Aktivitäten gegen Rechts

 Vor zwei Jahren demonstrierten fast 8000 Menschen gegen die Remigrationspläne der AfD. Das Thema ist aktueller denn je! Bildautor: Agentur Blumberg

Letzten Samstag in der Esslinger Innenstadt: Neben den Ständen der Parteien zur Landtagswahl, gleich drei verschiedene Initiativen von Esslinger Bürgern, gegen Rechtsentwicklung, gegen faschistische Gefahr, gegen die AfD.

Da ist die Initiative „Wählen Ja.  Afdee Nö“. „Es geht nicht gegen die da oben, es geht gegen dich!“ Steht auf einem Plakat. Oder: „Ich wollte mir den Verbrenner und mein Schnitzel nicht verbieten lassen.  Jetzt ist Extremwetter der Normalzustand.“ Oder: „Ich wollte nur mal jemanden, der auf den Tisch haut. Jetzt zahlen die Reichen viel weniger Steuern und ich immer noch zu viel.“

Da ist !Aufstehen! – Die Esslinger Initiative für Demokratie mit kreativen Aktionen in der Nähe der AfD Stände. Die Demonstranten bekommen zahlreiche positive Rückmeldungen: Daumen hoch, Gut, dass ihr da seid.

Und da sind die Omas gegen Rechts. Hier heißt es: „Wir setzen uns ein für die Rechte aller vor Krieg und Not geflüchteten Menschen.“  Dazu postete kürzlich ein FÜR-Mitglied: „Ich danke dem ägyptischen Arzt, der heute meinen Mann im Esslinger Krankenhaus operiert hat. Wo wären wir ohne all die Migranten!“

Was die AfD unter „Remigration“ versteht kann man heute live in den USA beobachten: Gnadenlose Jagd auf unbescholtene, schwer arbeitende Menschen, Verschleppung in KZ-ähnliche Gefängnisse, Verhaftung von Kindern, Mord an Menschen die sich schützend vor die Migranten stellen.  

Alice Weidel sagte schon im letzten Jahr, die AfD habe „schon immer das gefordert, was Trump heute umsetzt“. Und das ist faschistischer Terror gegen das eigene Volk! AfD-Verbot Jetzt! Wehret den Anfängen!

Strecken, Schieben, Streichen

 FÜR-Gemeinderat Michael Zöllner zum geplanten Streichkonzert

Das könnte der neue Slogan zum Stadtjubiläum werden. Früher sprach Herr Klopfervon der liebenswerten und familienfreundlichen Stadt. Nun fehlt das Geld, auch für seine Visionen. Ein Kulturquartier sei in den 30er Jahren denkbar, also dann, wenn er nicht mehr am Start ist. Sein Traum der 100 000 Einwohner ist auch vorbei.1000 Einwohner haben wir 2025 schon verloren und damit gingen auch 1 Mio. für die Stadtkasse flöten.

Zur Förderung der Familienfreundlichkeit schlägt er vor, Kitas auf den Prüfstand zu stellen, kleinere zu schließen, die Betreuung zu verschlechtern – kurz und knapp, zu höheren Gebühren ist es nicht mehr weit. Bei der Gemeinderatssitzung am 28.1.26 haben die meisten Akteure im Gemeinderat schon Bereitschaft signalisiert zur Schröpfung der Einwohnerschaft. Unter anderem soll überlegt werden, wie Esslingen unternehmerfreundlicher werden soll. Manche Verwirrte dachten tatsächlich, man könnte ja mal die Gewerbesteuer anheben, so geschehen in Stuttgart. Schließlich wurden die steuerlichen Abschreibungsmöglichkeiten für Unternehmen bereits drastisch erhöht! Allein dadurch sinkt die Gewerbesteuer.

Folgt man aber Herrn Merz und dem CDU Wirtschaftsrat, wird es kompliziert: Zur Wahrung des Wohlstands muss mehr gearbeitet werden, das Renteneintrittsalter muss hoch, die Unternehmenssteuern werden bei 25% gedeckelt, zahnärztliche Versorgung gibt es dann nicht mehr als Kassenleistung und soll privat abgesichert werden und viele Delikatessen mehr. So wird sich das Heer der Zahnlosen zur Wohlstandsmehrung aufmachen, die Kleinkinder zu Hause eingeschlossen, mangels Betreuungsangeboten. FÜR möchte da so nicht wirklich mitmachen.

Kommt zum närrischen FÜR-Stammtisch am Freitag, den 13.2.26 um 18 Uhr in der Gaststätte Waldheim/Zollberg.

Esslingen im Winter

Am Sonntagabend hatten wir „plötzlich“ Winter. Auf dem Heimweg von der spannenden und quicklebendigen FÜR-Mitgliederversammlung sah ich zwei Fahrzeuge des Winterdienstes aber erstmal keinen Bus. Mit dem Fahrrad den Zollberg hoch – nicht bei so einem Straßenzustand. Schließlich kam ein Bus – der brachte mich von der Weilstraße eine Kurve weiter bis zum nächsten Möbelhaus, dann ging nichts mehr. Beim Fahrradschieben sah ich noch weitere liegen gebliebene Busse. Klar solche Probleme lassen sich wahrscheinlich nicht immer ganz vermeiden. Deshalb ein riesengroßes Dankeschön an die Kollegen vom städtischen Winterdienst. Ich erinnerte mich an Einsätze im Winter als Jugendlicher in der DDR. Ich war gern dabei. Wenn man am Bahnhof dann z.B. dreimal die gleichen Weichen frei schippen musste, weiß man, wie viele Leute und wieviel Anstrengung es braucht, dass man zur Bahn sagen kann „Und sie bewegt sich doch!“ So verflog meine Betroffenheit schnell. Sicher war der Winterdienst in der ganzen Stadt unterwegs.

Mein zweiter Gedanke: Angesichts der katastrophalen Klimaveränderungen braucht Esslingen zukünftig mehr dieser „Manpower“ und ausreichend technisches Gerät – nicht nur im Winter sondern auch bei Starkregen, Überflutungsgefahr bei Hitzewellen oder Stromausfall. Da ist der von der Stadtverwaltung geplante Stellenabbau auch diesbezüglich fatal und kurzsichtig. Gerade beim städtischen Bauhof, beim Grünflächenamt, aber auch in den Kitas im Krankenhaus und in der Pflege braucht es nicht weniger Personal, sondern mehr. Nicht nur Esslingen braucht eine bessere Finanzierung des Haushalts. Hier sind Land und Bund gefordert! FÜR fordert seit jeher eine bessere Finanzausstattung der Kommunen. (Beitrag von unserem FÜR-Mitglied Heribert Müller)